LYRIK

 

über der Stadt, die, eingebettet in die Grammatik der Rosen, ihr Wortspiel mit den Bewohnern treibt. Unbemerkt. H.C. steht da in die Luft geschrieben, mit ana schwoazzn tintn. Unauffällig.

Man stadtstreicht durch die Gassen, vorbei am Haus des Dichters, entlang poetischer Zeilen und Buchstaben. Ist auf Abenteuertour. H.C. war dichtender Salzburger und abenteuerlicher Wiener, im Deutsch daheim und in unbekannten Sprachwelten zuhause.
Zwiespältig stets das Verhältnis dieser Stadt zu seinen Literaten. Sie kamen und gingen. Nicht immer freiwillig. Wie viel hält man aus hier? How much, Schatzi? Drüben im Restaurant der piccolo, vielleicht fünfzehn Jahre alt, seinem oberkellnernden Peiniger ausgesetzt. Ich muss an H.C. denken.

Weiter Himmel, blaue Seele. Wind in den Haaren. Durch die Straßen fegt die Sprache dieser Stadt, die einen anzieht und abstößt zugleich. Viel versprechend. An den Ufern der Salzach lösen sich die Sätze langsam in Luft auf, driften noch kurz weiter über die kleinen Stege. Dann, vor der Filmkulisse platzen sie.

 

Heute bin ich quer durch die Stadt gestreift, diagonal und am Rand entlang, trapezartig zurück, nach oben auf die Hausberge und hinunter in die Domkrypta. Mit leichten Bewegungen, festen Schritten und ausweichenden Gedanken.

Am Ende der Stadt, noch ein bisschen weiter, traf ich wieder auf H.C. und sprang mit ihm hinaus ins nahe liegende, offene Gebirge. Wir badeten im grünkalten Bergsee. An der Oberfläche trieben seine Bücher. Und die Wörter stiegen lautlos zum Himmel empor. Und blieben dort.

© 2019 von Christian Weingartner                 

This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now